Der Running Pie und seine Folgen

Mein Tag heute ist etwas ungünstig gestartet. Memo an mich*:

  1. Sämtliche Telefonnummern von wichtigen Kontaktpersonen notieren**
  2. Nicht davon ausgehen, dass es überall auf der Welt möglich ist, ein Taxi zu ordern
  3. Klare Kommunikation***
  4. Im Zweifelsfall: Ein Auto leihen, wenn man mobil sein muss – auch in Südafrika 8-)

Wie dem auch sei: Tim und Victoria hatten glücklicherweise die Idee, mich im Hotel in Elgin abzuholen, und nicht darauf zu warten, dass ich irgendwann komme :-) Danke. Wir machten uns also heute Morgen gegen 9:30 Uhr auf den Weg zur Kinderkrippe, die wir am Freitag besucht hatten. Ich bin sehr sehr froh, dass die Mitarbeiter der PATRIZIA vergangenen Montag so fleißig Geld für die Kinder in Südafrika gespendet haben. So war es uns möglich, für diese Kinderkrippe eine große Decke für die Babys, einen kleinen Tisch und acht Stühle für die Kleinen, einige Babyfläschchen, vier große Packungen Trockenmilch zum Anrühren (mit allen wichtigen Vitaminen …), zwei Töpfchen und eine Art Wippe für diese Krippe zu kaufen. Diese Sachen haben wir zur Tagesmutter in die Krippe gebracht. Nun haben die Kids die Möglichkeit auch mal draußen zu sitzen. Und ich glaube, es hat ihnen gefallen.

Kinder im Township "Iraq"

Ehrlich gesagt war es gar nicht so einfach, etwas Sinnvolles zu finden. Die Kinder im neuen KinderHaus sind alle 2 – 5 Jahre alt, und gehen noch nicht zur Schule. Sie werden durch Thembalitsha außerdem prima versorgt (wäre es anders, wäre irgendwas verkehrt). Wir wollten dann einen großen Esstisch mit Stühlen für das neue Haus besorgen, jedoch sind die Lebenshaltungskosten und die Kosten für Möbel hier in etwa genauso hoch wie in Deutschland (was die Situation der Menschen, die teilweise nur 8€ am Tag verdienen natürlich immens verschärft!) und weit und breit gibt es kein schwedisches Möbelhaus. Dieses Vorhaben ließen wir also nach dem Besuch dreier Möbelhäuser fallen. Der wichtigste Punkt ist jedoch der: Wie fühlt sich jemand, der in einer Wellblechhütte wohnt und sein Leben trotz dieser widrigen Umstände gut managed, wenn dann einer dieser rich white people mit seinem Geld ankommt? Es ist als würde man sich zu jemanden hinab beugen. Das wollte ich nicht. Ich habe großen Respekt vor all‘ diesen Überlebenskünstlern und sie sollten mich nicht als reiche weiße Frau wahrnehmen, die sich toll fühlt, wenn sie mit etwas Geld im Township um sich wirft.

Dennoch denke ich, dass wir einen guten Weg gefunden haben. Die Bilder sprechen für sich. Der Rest des Running Pie-Geldes wird dann genutzt, wenn die Kinderzimmer im neuen Haus alle hergerichtet werden und alle Kinder einziehen können. Ich werde berichten, sobald Tim mir Fotos sendet.

Krippe im Township "Iraq"

Hier ist es seit Tagen sehr sehr windig, was die Internetverbindung nicht gerade verbessert. Spätestens, wenn ich zurück in Deutschland bin, und alle Fotos sortiert habe, wird es viel mehr Eindrücke von vor Ort geben.

Kind regards,

sign_Stefanie

* Manchmal weiß ich auch nicht, wo ich meinen Kopf habe.

** D.h. nicht darauf verlassen, dass man die eMails abrufen kann, in denen die Nummern notiert sind.

*** Vor allem, wenn jeder weiß, dass man Kommunikationspsychologie studiert hat.