Ein bisschen mehr vom Drumherum

Hallo aus Tansania!

Da ich hier ja schreiben kann, wie ich lustig bin – welch ein Segen – gibt es heute mal einen Einblick ins Drumherum. Heute ist „Free evening“ und Morgen früh keine heilige Messe. Wenn man die Laudes schwänzt, kann man bis 6.30 Uhr schlafen. Und so habe ich endlich mal eine Stunde Zeit zum Schreiben und kann morgen sogar 1 1/2 Stunden länger schlafen.

Zunächst möchte ich meiner Mama danken, die mich zu einer zumindest einigermaßen gescheiten Hausfrau gemacht hat. So habe ich in einem absolut ausgeklügelten System ein paar T-Shirts gewaschen: Waschen mit Waschmittel, Ausspülen 1, Ausspülen 2, Schleudergang per Intensiv-Auswringing und Trocknen durch große Hängerei im Mini-Bad inkl. Umhängen am nächsten Tag – läuft. Schwierig war nur, dass ich mir genau die zwei Tage ausgesucht hatte, an denen es durchweg regnete und die Luftfeuchtigkeit so hoch war, dass nichts recht trocknen wollte. Der große Vorteil der Regenzeit ist dafür aber, dass es durchweg Wasser aus der Leitung gibt – tipptopp. Und alles ist so schön grün und es ist nicht so mega heiß.

Kapellen-Choreographie for Beginners

Situationskomik in Worte zu fassen ist mir unmöglich. Aber ich möchte es zumindest erwähnen. Während der Gebete bin ich ja immer mal wieder confused. Sei es durch lange Wörter wie „alivyowaahidia“ oder durch Verwirrung wegen Blätterei (z.B. heute am Tag der Heiligen Agnes, an dem in der Laudes während der einzelnen Gesänge usw. viel geblättert werden musste). Heute aber musste nicht nur ich lachen. Denn irgendwie habe ich bisher die Mittagshore immer verpasst, weshalb es mich überraschte, dass es danach eine bestimmte Art gibt, die Kapelle in der Gruppe zu verlassen (mit Stehen, knien, Verneigung usw.). Da fühlt man sich dann schon so ein bisschen peinlich, wenn da plötzlich alle aufstehen und man keinen Plan hat, wie der „Tanz“ jetzt weitergeht. Aber ich finde es echt schön, dass die Benediktinerinnen da so ihre Riten haben.

Englisch für den Nachwuchs

Seit Dienstag wurde mir die Aufgabe übertragen, den Nonnennachwuchs, d.h. die Postulantinnen und die Novizinnen, etwas zum Englisch-sprechen zu animieren. Und so wurde ich zur Lehrerin befördert – so schnell kann es gehen. Morgens und Nachmittags für insgesamt 3 1/2 Stunden bin ich als „Madame Stepanie“ im Einsatz ;-) Nun habe ich überlegt, wie ich das am Besten anstelle, da die Mädels ja sprechen sollen. Und so gibt es eine Buchlesung mit Verständnisfragen und Stoff für Diskussion in Englisch, ab Morgen dann Ausschnitte aus dem kleinen Meisterwerk „Hello Mr. Gott, this is Anna“.

What else?

Ich übe mich im Filmen, und das ist nicht einfach. Für die KinderHaus-Stiftung soll ein kleiner Film entstehen, und ich brauche da einiges Material. Gut, dass Sr. Elisabeth immer entspannt ist, denn mit ihr habe ich angefangen und sie hat tapfer zweimal eine halbe Stunde die Entstehungsgeschichte des ersten KinderHauses erzählt. Doch nach Sichtung am Laptop musste ich feststellen, dass ich die Aufnahme verwerfen muss, da der Weißabgleich miserabel war. Sr. Elisabeth hat daraufhin gleich gesagt: Na da machen wir es nochmal. Morgen also in einer anderen Location auf ein Neues… und kommende Woche dann die Szenen mit den Kids, da muss alles dann gleich klappen. Da macht fotografieren mehr Spaß, da kann man einfach dauerhaft knippsen und an den Einstellungen schrauben und hat am Ende ein paar Bilder, wo eines gut ist.

So, mir fallen die Augen zu.

Hier noch ein paar Eindrücke:

Ich habe im Dickicht Ameisen mit krassen Köpfen entdeckt :-O, außerdem wollte ich mal zeigen, wieviel Geldscheine man hier so im Portemonaie hat, 1.000 TSH sind ca. 50ct., und alles Glätten mit dem Glätteisen nutzt nichts. Meine Haare sind total curly, morgens habe ich sogar einige Korkenzieherlocken. Aber das fotografiere ich nicht, das schaut furchtbar aus ;-) , aber man sieht, ich bin da und gesund und munter ;-) . Außerdem noch Eindrücke aus dem Kindergarten in Mijemwema (oben) und aus dem Waisenhaus in Chipole (unten).

Stefanie

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