Karoshi, Karoshi

„Ich hab Chinesen in meiner Wohnung, es werden immer mehr.“ (Reinald Grebe) Mein Ohrwurm am heutigen Tage. Bloß, dass ich sie nicht in der Wohnung, sondern im Flugzeug en masse um mich herum hatte ;-) Nachdem ich diesen Umstand nach meinem Flug nach Lima unkommentiert ließ (nachher heißt es noch, ich sei Chinesen-feindlich; das bin ich nicht!), führt nun kein Weg daran vorbei.

Denn heute ging es mit LAN-Airlines per Kurzflug von Lima nach Cusco, ein wenig Kultur soll sein… Als ich den kleinen Airbus betrat, waren alle Plätze noch leer. Und 5 Minuten vor Abflug kamen sie dann. Die Chinesen mit Regenschirm, Kowalski-Weste und Kamera inkl. Megaobjektiv. Sie setzten sich, packten ihre Kekse aus und fingen an, geschäftig zu werden… Karoshi Karoshi. Sie verstanden weder Spanisch, noch Englisch und waren gut drauf. Die müde Stefanie mittendrin. So lässt es sich aushalten :D

Gegen 11:20 Uhr landete ich in Cusco und endlich endlich begriff ich, was mir und meiner Orientierung die ganze Zeit fehlt. Es gibt nur wenige Hinweis-Schilder, die den wahnwitzigen Touristen durch Peru leiten könnten. Kein Wunder also, dass ich mir – wie schon gestern in Lima – recht verloren vorkam. Diesen Zustand kann man leider nur mit Soles beenden. Ich wollte nach Ollantaytambo (dort startet Morgen früh der Zug nach Maccu Picchu) und ließ mich nach einem kurzen Handel ( ja…. kurz… Ich habe andere Stärken!!!) im Beifahrersitz des schweigsamen Taxifahrers nieder. 130 Soles (33 €) sollte mich die Fahrt kosten. 50 Soles mehr, als im Reiseführer vermerkt, und verdammte 122 Soles mehr, als mich der Rückweg kosten wird… Denn in der Nähe des Bahnhofs in Ollantaytambo stehen die Mehrpersonentaxis, die Ihre Fahrt nach Cusco für 8 Soles anbieten… Tjaja, die gab es am Flughafen Cusco leider nicht ;-)

Ollantaytambo

In meiner Unterkunft hatte ich mich gegen 14 Uhr angekündigt, wo man mich – so der Text in der Bestätigungsmail – freudig erwarten würde. Ich wurde zwar irgendwie erwartet, doch war die einzig anwesende Person, die Köchin, etwas überfordert mit mir. Ich spreche kein Spanisch, sie kein Englisch. In unserem Dilemma brannte das Essen an. Ich verstand nicht, warum sie so mahnend und überfordert schaute, sie verstand wohl nicht, warum ich das alles nicht verstand. Sie brachte mich dann dennoch in mein Zimmer. Doch als ich hinausgehen und mir das hübsche Städtchen anschauen wollte, ließ sie mich nicht gehen ^^

Letztlich sollte ich in einem Buch halt einfach meine Daten vermerken und das Zimmer zahlen. Das haben wir dann nach vielen Irrungen und Wirrungen auch hinbekommen ;-)

Dieses hübsche Bett ist es wert.

Ott03

Endlich konnte ich mich durch die Gassen dieser hübschen Stadt treiben lassen. Mitten in den Bergen gelegen, verschlafen und so schön reihen sich hier die romantischen Häuschen aneinander. Die Menschen sind zum Teil traditionell gekleidet und ich freue mich, dass es das so gibt. Es ist früher Nachmittag und alles wirkt so gelassen, so ganz und gar nicht karoshi karoshi. Zumindest solange nicht, bis die Besucher aus Maccu Picchu zurückkehren und den Ort beleben.

Ott01
Ott02

Morgen werde ich das ebenso handhaben.

Gute Nacht :-)

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