Sprachbarrieren

Guten Abend aus Peramiho. Die erste Woche ist rum und fühlt sich wie zwei an, weil soviel drin war. Ich bin seit gestern recht albern unterwegs. Das ist ok, solange es in der Kapelle nicht ausartet. Jedoch kommen die gute Sr. Elisabeth und ich wieder öfter in den gemeinsamen Kicher-Modus. Ich weiß ja auch nicht. Die Gute hat irgendwie immer den Schalk im Nacken und so einen schelmischen Gesichtsausdruck. Das dann gepaart mit tatsächlich vorhandenen Humor führt zur Dauerkicherade, vor allem bei mir. Da muss ich loslachen, wenn ich wie jetzt daran denke. Z.B. wie sie plötzlich im Auto, besetzt mit Sr. Rosann aus den USA, den beiden Schwestern aus Korea und mir, anfängt, Karnevalslieder zu singen. Oder, wenn bei den besonders hohen Tönen im Marienlied ihre Stimme etwas einbricht (nur etwas – Sr. Elisabeth ist eine begnadete Singerin) und man förmlich fühlen kann, wie sie darüber grinst. Also mit Situationskomik kriegt man mich ja eh immer und Sr. Elisabeth ist einfach toll :-) <3 Nun aber mal zu den Sprachbarrieren

Ich saß heute mit zwei 13 jährigen Kids zum Mittag am Tisch. Die beiden sprachen kein Englisch und ich einfach zu wenig Kisuaheli für ein ganzes Mittagessen… Dementsprechend war das eine „very silent lunchbreak“. Es war aber trotzdem wohltuend, weil man den beiden angemerkt hat, dass sie das genauso komisch finden wie ich. Und dann saßen wir da zu dritt am Tisch und mussten alle paar Minuten loskichern. Und glaubt mir, DAS ist wunderschön! Die beiden standen nämlich heute vor der Klostertür… Ich weiß die Hintergründe nicht, ich weiß aber, dass an dieser Tür tagsüber zwar häufig Menschen klingeln, aber nur Menschen in großer Not… Und wenn deren Gesichter dann leuchten, wenn es Bananen und Fanta gibt und man zudem noch zusammen lachen kann. Das war ein schönes Geschenk heute.

Es ist aber tatsächlich echt schwierig hier, wenn man die Sprache nicht kann. Hier spricht kaum jemand Englisch, auch die Kinder, die schon die Sekundarschule besuchen, nicht. Das liegt einfach an der mangelnden Unterrichtsqualität. Hier gibt es noch ganz viele Aufgaben zu meistern und der Herzschlag der Veränderung ist eben doch eher ein entspannter Walzer. Das muss nicht schlecht sein, ist es nur dann, wenn man mit seiner europäischen Denke daher kommt.

Na ich gebe mir noch eine Woche, bis ich Tansania besser verstehen kann.

Dalla dalla

Als Sr. Columba und ich gestern von unserem umfangreichen Chipole-Ausflug zurück kamen, waren wir ordentlich müde. Nur unsere Fremdenführerin Sr. Josephina nicht. Die ist nämlich eher der schnatternde Menschenschlag, der nie müde wird. Also soviel Energie hätte ich gerne mal. Als Sr. Columba und ich gestern nach Hause kamen und beide nicht verstehen konnten, wie Sr. Josephina noch soooooviel Power haben kann, mussten wir ordentlich losprusten und kriegten uns auch eine Weile nicht mehr ein.

Und heute sind wir dann mit einem Dalla dalla gefahren. Das sind diese Sammeltaxi-Minibusse. Das ist natürlich total basic, drecksch, wäre in Deutschland vom TÜV weit entfernt und auch a weng‘ muffelig. Aber dennoch ’ne tolle Sache, finde ich. Total günstig und bringt Leute ohne festen Fahrplan von A nach B. Na und da saß ein Mann drin, der die ganze Fahrt lang einen Monolog gehalten hat. Und irgendwann drehte ich mich dann zu Sr. Columba um und uns viel unser Lachkrampf vom Abend zuvor wieder ein. Und da saßen wir weißhäutigen Ladies nun im Dalla Dalla zwischen Songea und Peramiho und lachten Tränen.

Heijeijei, irgendwas ist immer los hier und ich fühle mich (von der Kohletabletten-Notwendigkeit mal abgesehen) pudelinwohl :-)

In diesem Sinne: Lala Salama

2 thoughts on “Sprachbarrieren

  1. Ich freue mich sehr für dich, daß du soviel lachen kannst, dich wohlfühlst und eine Menge siehst. Wie ist das Wetter? Bei uns ist es zur Zeit kalt, in der Nacht sogar Minusgrade, aber kein Schnee.

    Sei lieb gegrüßt von Gela und Winne

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