Die zivilisierende Wirkung der Nassrasur

Ha, das wäre ein guter Buchtitel ;-)

Wir waren heute den ganzen Tag (d.h. seit 5 Uhr Morgens) unterwegs, und obwohl ich hundemüde bin (ich konnte trotz meiner bereits bestehenden Müdigkeit letzte Nacht nicht schlafen, da ich die ganze Zeit aufgrund einiger Geräusche dachte, es sei noch jemand im Haus…), bin ich noch immer voller Energie. Das wiederum liegt daran, dass ich alles habe, was ich brauche, um mich wohl zu fühlen und somit meine Reise voll und ganz genießen kann:

Ein paar Klamotten, eine Zahnbürste, eine Dusche, ein Bett mit Moskitonetz, die Möglichkeit zu schreiben, seit vorhin sogar Sojamilch und Müsli für ein perfektes Frühstück (muhahahaha) und rasierte Beine – läuft :-)

Vor allem letzteres ist für mich immer das i-Tüpfelchen auf der persönlichen Zufriedenheit, das hat sowas Normales ;-)

Wir haben heute Morgen eine Schwester, deren Namen ich mir leider nicht merken kann, zum zentralen Busbahnhof in Dar Es Salaam gebracht. Schade, dass es zu dunkel war, um Fotos zu machen, diese Menschen-Massen-Wanderung muss man mal erlebt haben… Und auf diesem riesigen Platz stehen hunderte Busse, umringt von Menschen, die ihre Koffer auf dem Kopf und den Nachwuchs auf dem Rücken tragen. Die Schwester reiste heute um 6 Uhr ab und wird Morgen Vormittag (!) in Kampala, Uganda ankommen. Die Busse haben übrigens kein WC, es gibt ein paar Stopps bei denen alle Passagiere zugleich eine Wiese o.Ä. bevölkern um der Natur freien Lauf zu lassen. Das hat mir Sr. Rosann erklärt. Also das wäre nichts für mich.

Danach machten Sr. Rosann und ich einige Besorgungen, v.a. kauften wir Druckerpatronen. Für derartige Vorhaben muss man in Dar viiiiiiel Zeit einplanen, wir brauchten 2 1/2 Stunden und verbrachten die meiste Zeit mit warten… Im Stau oder im Store, wenn es eine Ewigkeit dauert, ehe die bereits bezahlte Ware auch wirklich da ist. Beachtlich war dabei, dass in diesem sogar recht modernen Laden mindestens 15 Menschen gleichzeitig Schicht hatten – T I A, this so Africa ;-)

Danach holten wir Sr. Serafia am Flughafen ab, standen sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt im Stau, und kamen dann irgendwann wieder in unserer Unterkunft an, wo nicht mehr viel passierte, schließlich starten wir Morgen alle um 4 Uhr Morgens gen Peramiho.

Daher: Gute Nacht
Stefanie :-)

Vom kalten München nach stürmisch-Amsterdam und von dort nach Dar Es Salaam

Es ist soweit – wusch – ich bin wieder da, in Tansania, jawolla :-) Die Hinreise war sehr turbulent. In Amsterdam war es recht stürmisch, weshalb der Flieger verspätet startete und während des Fluges bei vielen dann wohl außerdem die eigene Panikgrenze auslotete, denn immer wieder wurde man ausgiebig durchgeschüttelt. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind. Durch die Verspätung verpasste ich dann meinen Anschlussflug in Nairobi und musste einige Stunden dort vollkommen übermüdet (konnte in der Nacht vor Abflug nämlich ganz und gar nicht schlafen, weshalb es nur 2 Stunden Halbschlaf wurden) ausharren. So verlängerte sich die Reise nach Dar Es Saalam auf insgesamt 22 Stunden. Heijeijei. Aber ich bin angekommen, das zählt.

Das einzige, was bei mir tatsächlich ganz echt etwas Sorge auslöste, war die Tatsache, dass alle Reisenden ja in einer Reisehalle zusammentreffen um Visum-Anträge auszufüllen – auch die Reisenden aus Ebola-Gebieten, weshalb es dort auch einen Health-Check-Bereich gab. Schnell zog ich die Baumwollhandschuhe an und verwendete mein desinfizierendes Handgel auch lieber einmal mehr, als einmal zu wenig…

Doch dann war es geschafft und es gab endlich ein Wiedersehen mit den Schwestern und George, natürlich habe ich mich auf Sr. Rosann besonders gefreut. Mit ihr saß ich bis eben auch und habe mich wunderbar unterhalten. Schön!

Untergebracht bin ich heute in einem einfachen Raum dessen einzige Schmach die Klimaanlage ist, bei der wohl Wasser ausläuft. Darauf solle ich gedanklich gefasst sein, wenn ich Morgen früh um 4.45 Uhr aus dem Bett springe – na solange keine Fische drin schwimmen ;-)

Und wenn da eine riesige Ameise durch’s Zimmer läuft, muss man durch’s Zimmer tänzeln und singen: Nein, nein, nein, vor Ameisen braucht man sich nicht fürchten.

Heute erstmal ein grooooßes gute Nacht nach einer kalten Dusche – endlich :-)

Grüße,
Stefanie

PS: Klebrig warme 30 Grad in Dar ;-)