Grüße aus dem Regenwald

12 Stunden Autofahrt können verdammt lang sein. Von Lima machten wir uns heute Morgen um 6 Uhr auf den Weg nach Satipo, ein Ort im Regenwald der eigentlich nur ca. 460km von Lima entfernt liegt. Bedingt durch Verkehr, Baustellen und Straßenverhältnisse waren wir jedoch dreimal länger unterwegs, als es in Deutschland üblich ist (sofern man sich nicht mit der Deutschen Bahn fortbewegt……).

Wir durchfuhren u.A. ein Gebiet, in dem Mineralien, v.a. auch Blei abgebaut werden. Die schlechte Luft war vermutlich das pure Gift und ich habe mir sicher meine Ladung Blei für’s Leben abgeholt. Wir fuhren außerdem zunächst hoch und dann wieder herunter. Die höchste Stelle lag auf 4818m. Überraschenderweise spürte ich nur über ein kurzes Ohrensausen den Höhenunterschied. Bis jetzt bin ich also immer noch unverwüstlich. :D

Die Strapazen der Fahrt wurden jedoch mehr als belohnt. Der Regenwald ist wunderschön. Ich genoss die Natur (soweit im Auto möglich), während die Luft durchs Auto wehte und ich tatsächlich besagten Houston-Song hörte… Der passte im dramatischen Aufbau aber absolut zu dieser Fahrt.

Ich bin nun also im peruanischen Regenwald… Wahnsinn!

Da ich absolut k.o. bin, gibt es jetzt aber nur diesen kleinen Gruß aus Satipo.
Sig

Rush-Hour in Lima

„Don’t make me cloooohooooose one more door, I don’t wanna hurt anymore, stay in my aaarms, if you dare…“

Seit dem Landeanflug in Amsterdam habe ich beinahe durchgängig diesen Song im Ohr… (Joha und Mel, ihr wisst, was das heißt? :D Unsere Karaoke-Performance wird einmalig, ich freu mich drauf :D ), auch, nachdem ich nun wieder in Lima gelandet bin und mehr als 2 Stunden schweigend neben dem Taxi-Fahrer saß, der uns durch die Rush-Hour lotste. Für diesen Weg hatten wir außerhalb der Rush-Hour letzte Woche 50 Minuten gebraucht….

Lima ist voll von Autos, es fehlt ein Netz aus öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn das beschränkt sich hier auf eine Hochbahn und zwei oder drei „Metropolitan“-Linien (= Bus), sowie auf einige weitere Busse. Auch Fahrradfahrer sieht man selten. Bei einer Stadt mit mehr als 8,5 Millionen Einwohnern sind die Straßen stets und ständig verstopft. Im Feierabendverkehr geht es kaum vorwärts. Die Fahrt zog sich wirklich endlos hin. Doch das war auch gut so. Denn erst jetzt begriff ich, wo ich gerade bin und hielt für einen Moment den Atem an.

Wie so oft dauert es bei mir einige Zeit, ehe ich wirklich ankomme. Die Erwartung, vor Freude platzen zu müssen, die von Freunden und Bekannten oft suggeriert wird, lähmt mich meist in meiner Begeisterung. Doch glücklicherweise gelang es mir bisher immer, diese Blockade zu lösen. So nun auch in Peru. Und das tat gut.

Innerlich gelöst und äußerlich plitschnass geschwitzt wurde ich von Gina, meiner freundlichen Gastgeberin und Vorsitzenden der NGO mit der wir als Stiftung zusammenarbeiten (dazu demnächst mehr) und ihrem Mann Willi wieder herzlich in Empfang genommen. Bald darauf zeigte mir Willi, ein hervorragender Fremdenführer (!), den Stadtteil Miraflores und wir ließen den Abend bei einem Pisco, dem Nationalgetränk schlechthin, ausklingen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Unsere Reise nach Satipo mussten wir aus logistischen Gründen auf Morgen verschieben, sodass ich heute als brave Touristin einige Museen besucht habe. Dabei war ich vor allem im Stadtteil Barancco unterwegs.

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Morgen geht es nun in der Früh nach Satipo in die Region Junin. Die Fahrt wird mehrere Stunden dauern und ich freue mich sehr darauf, denn so kann ich noch mehr von diesem wunderschönen Land sehen. Wir werden einen Pass auf fast 5.000 Metern Höhe überqueren und ich hoffe, dass mein Kreislauf auch diese Probe gut überstehen wird.

Wie gut oder weniger gut meine Anbindung ans WorldWideWeb sein wird, kann ich leider nicht abschätzen. Doch sobald möglich, lasse ich hier wieder von mir hören. Ich möchte mich an dieser Stelle sehr bei euch Lesern bedanken. Die Zugriffszahlen sind bombe :) :) :) Und so habe ich in den letzten Tagen auch immer wieder an die Menschen gedacht, die mir wichtig sind und denen ich scheinbar wichtig bin. Schön, dass es euch gibt!

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Herzliche Grüße,

Sig

Gringo mit roter Nase unterwegs im Inka-Land

Meine kleine Reise nach Cusco sollte ja trotz der Kürze der Zeit mit einigen wichtigen kulturellen Highlights gespickt sein. Macchu Pichu bleibt zwar unschlagbar, aber wenn man schonmal da ist… Jedoch zeigte sich heute ein weiteres Mal, dass man sich echt loneley auf diesem planet fühlt, wenn man sich am Loneley Planet-Reiseführer orientiert. Vor allem, wenn man sich alleine in einem Land bewegt, dass es mit Touri-Navigation per Infokästen o.Ä. nicht so hat…

Heute war Sonntag, ich hatte im Reiseführer gecheckt, ab wann die Museen, die ich besuchen wollte, offen haben. Alle ab Mittags/Nachmittags… Daher wollte ich den Vormittag nutzen, um nach Pisac zu fahren. Wuhuhuuuuu, was für eine Idee…

Auf der Pariwana-Citymap war vermerkt, wo ein Bus nach Pisac abfährt. Ich schlenderte also optimistisch los und fand auch den Bus… Glaube ich zumindest. Laut Karte war ich richtig… Doch die Situation war mir etwas unheimlich. Der vermeintliche Pisac-Bus stand mit seinem rostigen Charme in einer Hofeinfahrt. Die wenigen Menschen drumherum reagierten zumindest nicht auf meinen fragenden-unsicheren Blick, irgendwie schlief die Stadt eh noch. Da ich außerdem der einzige Touri war, war mir das ganze nicht geheuer… Ich fühlte mich auch nicht sicher genug, diese Szene zu fotografieren. Schade ;)

Also: Planänderung… Zurück ins Zentrum, einen WiFi-Zugang suchen und checken, wie man noch nach Pisac kommt…

Wasserbomben-Karnevals-Action in Cusco

Im Zentrum steppte mittlerweile der Bär: Karneval in Cusco. Nach einer Ansprache am Plaza de Armes startete drumherum ein Umzug mit traditionellen Tänzen und Musik. Es scheint außerdem typisch zu sein, sich gegenseitig mit Wasserbomben und Schaum zu bewerfen. Überall wurden solch‘ Schaumdosen verkauft und aus großen Wasserbottichen wurde ein Ballon nach dem anderen mit Wasser gefüllt. Beworfen wurde der, der gerade vorbei kam. Ein Karnevalsschlachtfeld.

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Ins 33 km entfernte Pisac kommt man auch mit Gruppentaxis, es gibt eine Stelle, wo diese abfahren, hieß es im Tripadvisor-Forum, oder eben per Solo-Taxi. Gut, gespeichert. Jetzt wollte ich erst einmal in das Naturmuseum, in dem u.A. die medizinische Verwendung von Pflanzen erklärt werden sollte. Öffnungszeit laut Reiseführer auch Sonntags ab 12 Uhr. Öffnungszeit laut Aushang am Museum nur Montag bis Samstag… Na wunderbar.

Da überall die Wasserbomben flogen, wollte ich nun also erst einmal aus der Stadt flüchten und ließ mich per Taxi zu der Stelle bringen, wo die Gruppentaxis abfuhren. Der Fahrer war sich nicht ganz sicher, wo das sei. Wir hielten in einer zerlodderten Gegend, wo die Wände mit zerfledderten Plakaten beklebt waren, auf denen „Pisac“ stand (so wie in Deutschland Werbeplakate für Konzerte o.ä., also nichts wirklich offizielles ;)). Ein Indiz, richtig zu sein.

Wir hielten an einer Ecke, ein Mann rief uns „Pisac“ zu. Wir nickten eifrig und ich freute mich, am richtigen Ort gelandet zu sein. Als ich gerade zahlen wollte, öffneten sich die Türen der hinteren Sitze und der Mann und seine Frau stiegen hinzu, in der Überzeugung, dass wir Richtung Pisac fahren. Der verwirrte Blick des Taxifahrers perfektionierte die Komik dieser Situation und ich grinste noch den ganzen Tag, wenn ich daran dachte.

Ich war aber dennoch an der richtigen Straßenecke. Ich kam mir etwas bescheuert vor, bei jedem anhaltenden Taxi zu fragen, ob es nach Pisac fährt. Doch irgendwann rief einer laut „Pisac“. Juchu. Ich stieg dazu, mal wieder weit und breit kein anderer Tourist in Sicht, saß ich da zwischen den Einheimischen und ließ mir den Wind um die Nase wehen.

Von Pisac nach San Salvador und wieder zurück

Leider, wie so oft, hielt das Taxi nicht im Stadtzentrum, sondern am Rande und in diesem Fall auch an einer Baustelle. Da wie immer kein Schild oder irgendwas ähnliches Orientierung gab und keine anderen Touris zu sehen waren, folgte ich einfach meinen Mitfahrern. Die wechselten in ein weiteres Gruppentaxi, dass nach San Salvador fuhr. Glücklicherweise sprach eine der Passagiere englisch und ich fragte, wo ich hin müsse. Sie fragte, ob ich ins heilige Tal wolle, ich bejahte. Sie meinte, dann wäre San Salvador eines davon. Also stieg ich dazu.

Das Taxi hielt aber nicht in San Salvador, sondern in einem Vorort. Nein, da wollte ich nicht aussteigen. Ich fragte, ob es denn nirgendwo einen Tourist-Guide gäbe. Sie meinte, den gäbe es in Pisac. Ich bat sie dann darum, dem Fahrer zu sagen, er solle mich zurück nach Pisac und dort zu einem Touri-Guide bringen. Das Gelächter war mir sicher. Das Wort „Gringo“ fiel auffallend häufig. Ich trug immerhin dazu bei, das der junge Fahrer und sein Freund jede Menge Spaß hatten. Und über mich selbst konnte ich auch gut lachen. Nun ging es erstmal nach San Salvador (wobei ich ja da noch dachte, wir seien schon in San Salvador… seufz).

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In San Salvador angekommen wurde ich an einen anderen Fahrer übergeben. Der fuhr das wohl dreckigste Taxi, das mir je begegnet ist. Hinzu stiegen Einheimische, darunter eine alte Frau in dickem Wollpulli und ihr Enkel. Beide wirkten irgendwie sediert. Die Situation war wirklich komisch, zumal wir zu viert aneinander gedrängt in einer 3er Sitzreihe saßen. Ich wechselte nach vorn, als der Platz frei wurde. Der Fahrer bohrte genüsslich in der Nase, es stank im Fahrerraum nach Kuhmist oder so… Ich machte drei Kreuze, als ich wieder an der Baustelle war. Und ich lief jetzt einfach mal los.

Das hätte ich gleich tun sollen. Denn – oh Wunder – es gibt sie tatsächlich. Hellhäutige Menschen mit Kamera. Durchatmen. Ich fand dann auch den traditionellen und riesigen Handwerks-Markt, der soviel gelobt und als absolut sehenswert eingestuft wurde. Und auch hier wurde Karneval gefeiert.

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Die Sonnenterassen der Inka konnte ich nur von weitem betrachten. Da es mittlerweile eh später Nachmittag war und ich erst einmal genug von Fahrten ins Ungewisse hatte, sah ich von einem Besuch sonstiger Inka-Stätten ab und beließ es bei einem Spaziergang durch Pisac, ehe ich zurück nach Cusco fuhr. Ein Gruppentaxi hier im Zentrum zu finden, war unproblematisch und ich war auch nicht mehr die einzige Touristin.

Auf der Fahrt kann man ganz viele traditionelle Lehmhäuser sehen, ich konnte nur wenige Fotos aus dem Auto heraus machen. Mein sonnengebranntes rotes Näschen brannte und ich war ziemlich k.o., als ich wieder in Cusco ankam. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte ich übrigens allen Wasserbomben entgehen. Jetzt am Abend traf mich eine und ein kleiner Frechdachs sprühte mich von oben bis unten mit Schaum ein. Ich nahm es mit Humor ;)

Doch dann erstmal Hunger und runterkommen…hier im Inka-Land.

Liebe Grüße,
Sig

Dieser Tag reicht für zwei

21.20 Uhr Ortszeit, ich sitze gerade im Pariwana in Cusco und führe mich selbst an meine Grenzen. Doch dazu nachher mehr, falls ich es bis dahin schaffe… Ich bin nämlich absolut k.o. . Mehr k.o. geht nicht. Wobei mich jeder fragt, ob ich gerade den Inka Rail hinter mir habe, weil ich so fertig bin. Wenn ich das verneine, fühle ich mich wie ein Weichei XD Aber mal von Anfang an…

Guten Morgen Ollantaytambo

Ich habe mehr oder weniger gut geschlafen. Das lag wohl daran, das ein frischer Wind durchs undichte Fenster zog, es Nachts anfing zu regnen, und die Luke im Flur nicht ganz dicht war (wer ist das schon?). Dennoch… Um 5 Uhr sprang ich putzmunter und gut gelaunt aus dem hohen Bett. Ich lobte mich selbst dafür, auch heute Morgen beim Zähneputzen daran gedacht zu haben, die Blendamed-Paste mit Wasser aus der Flasche und nicht aus dem Hahn zu spülen. Daran gedacht habe ich, weil ich mich an den Mann erinnerte, der in das kleine Bächlein pinkelte, aus dem sich ein paar Meter weiter jemand wusch. Wo das Wasser aus der Leitung hier herkam, wusste ich ja nicht…

Auf dem Küchentisch stand ein Lunchpack für mich bereit – wie bei Mama <3 Tür zu und hinein in die altertümlichen Gassen, die in der Morgendämmerung und bei leichtem Regnen noch romantischer wirkten, als eh schon... Ot05

Mit dem Zug nach Macchu Pichu

Schon bald erreichte ich den kleinen Bahnhof, kramte Passport und Ticket hervor, trank den wohl besten Kaffee Americano und beobachtete, wie die Züge mit Kaffeekannen beladen und so kleine Treppchen als Einstiegshilfen bereit gestellt wurden (Stufen zum Ausfahren gibt es am Zug nicht). Auch die Chinesen waren wieder da ;-)

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Der Zug selbst war aber überraschend gut ausgestattet, die Fahrt eine ziemlich schunklige Angelegenheit und zum Service gehörte immerhin ein Freigetränk :-)

Um kurz vor 8 Uhr erreichten wir die Endstation. Die Ortschaft war noch nicht ganz wach und auch Stefanie irrte erst einmal durch die Gegend, während die Verlaufsstände langsam öffneten und der Regen sich verzog.

Kleiner „Tourist in Peru“- Guide, Teil 1:

– den Handcraft Market durchqueren (irgendwo gibt es wirklich einen Ausgang!) und die offiziell anmutende Einrichtung suchen, in der Tickets für Macchu Pichu erworben werden können

– nach den Bussen suchen, die den Berg zur Inka-Stätte hochfahren, Busticket kaufen

– mit dem Bus ist man dann in 20min. auf dem Berg

– sich von einem Tourist-Guide anheuern lassen (Kleingruppe: 30 Soles, Solo-Tour 130 Soles), wobei man nur hoffen kann, dass eine Kleingruppe zusammen kommt…das dauerte in meine Fall etwas…

Macchu Pichu

Unser Guide, 3 New Yorker und ich betraten die Inka-Stätte… Wuuuuuuuuhhhhh. Ich bekam Gänsehaut!!!! Was für ein Wahnsinnsort… Und auch die Geschichten rund um diese Stätte. Einfach toll! Ich muss das aber alles noch ein wenig nachrecherchieren, ehe ich die Erzählungen unseres Guides hier falsch wiedergebe….

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Treppen rauf, Treppen runter, und ein „Wow“ nach dem Anderen.

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Nach ganz vielen Stunden unterwegs (inkl. Sonnenbrand im Gesicht… Mir wurde ein Schal mitgegeben, weil es kalt sei… Es waren aber gute 30 Grad, und ich habe das etwas unterschätzt ;) ), ließ ich mich in den Bus fallen und freute mich auf etwas Entspannung. Ich bin übrigens sehr überrascht, das mein Kreislauf trotz der Höhe total symptomfrei ist… Wenn es darauf ankommt, bin ich eben unverwüstlich, haha 8)

Grenzerfahrung 6-Bett-Zimmer im Hostel

Hilfe, Hilfe, Hilfe!!!!! Morgen checke ich aus, die zweite Nacht möchte ich woanders hin, biiiiitttttteeeeeeeee. Ich befinde mich im Pariwana-Hostel. Da es im Zimmer kein WiFi gibt (ich meine, es anders gelesen zu haben) und überdies alle meine Akkus alle sind, sitze ich gerade tippend und schier verzweifelt in der Bar des Hostels, in dem gerade lauthals brasilianischer Karneval gefeiert wird. D.h., jetzt habe ich ins Internet-Café gewechselt… Lade alle Akkus auf und tippe vor mich hin…

Ok, ok, die Fakten: Stolz wie Bolle bin ich für nur 10 Soles im Gruppen-Taxi von Ollantaytambo zurück nach Cusco gefahren (der aufmerksame Leser erinnert sich, wieviel Soles es auf der Hintour waren…). Das Taxi hielt an einem Platz, wo es gerade viel Krawall gab (irgendeine Demo, oder ein Fest? Feuerwerk?), ich musste erst einmal einen Geldautomaten und dann besagtes Hostel finden… Wäre ich rechts abgebogen, ich hätte das in 10 min. erledigt… Links herum dauerte es eben eine Stunde. Nirgendwo war ein Stadtplan zu finden. Und bei den Taxis muss man wählerisch sein, da der Großteil nicht offiziell gemeldet ist. Aber die, wo nicht „Taxi“ dran steht, und die rote und weiße Reflektoren an den Türen haben, sind legal unterwegs… Da diese in der Minderzahl sind, war das eben nicht einfach. Als ich langsam anfing zu lahmen, fand ich einen Automaten und ein Taxi und das Hostel. Yeah.

Gebucht habe ich ein Zimmer in einem „6-Bed-Dorm with Bathroom“ für 38 Soles pro Nacht. Mein Bett ist das obere eines Doppelstock-Betts. Das Bad ist mini und… naja… Auch hier schlägt mein Hygiene-Barometer aus… Oder besser: Es schlägt wild um sich… Aber gut… Ich habe dieses Abenteuer ja gewollt. Menschen kennenlernen, günstig reisen, ein bisschen Spaß muss sein.

Vielleicht zuviel Spaß? Ich ging in die Bar und wollte nur eines: Schreiben und einen Gin-Tonic. Ich ging an die Bar…………… bestellte meinen Gin-Tonic und da stand er. Der Lockenkopf, und er redete drauf los. Er hörte gar nicht mehr auf. Er hielt mir eine Liste unter die Nase, wo man seinen Namen eintragen sollte. Folgende Stichworte erfasste ich: „Brazilian-Party-Drink, it will revital you, you will live, 12 Soles, tab or cash, great Possibility“. Ich: „Ich äh wollte eigentlich nur einen Gin-Tonic“. Blankes Entsetzen, Unverständnis und wieder ein Wortschwall. Ich, in der festen Annahme, jetzt einfach nur supergünstig einen Cocktail zu bekommen: „Ok, was muss ich tun?“… Name eintragen, zahlen. Ich spare den Rest der ganzen Verwirrung jetzt mal ein. Alles endete damit, dass der Lockenkopf meinen Namen ganz cool fand. Und er stellte sich mir vor: „I am from New York, my name is Vogel“. Ich zum Barkeeper: „Ich hätte jetzt einfach nur gerne meinen Gin-Tonic“.

Den trinke ich nun auch….
Sig

Karoshi, Karoshi

„Ich hab Chinesen in meiner Wohnung, es werden immer mehr.“ (Reinald Grebe) Mein Ohrwurm am heutigen Tage. Bloß, dass ich sie nicht in der Wohnung, sondern im Flugzeug en masse um mich herum hatte ;-) Nachdem ich diesen Umstand nach meinem Flug nach Lima unkommentiert ließ (nachher heißt es noch, ich sei Chinesen-feindlich; das bin ich nicht!), führt nun kein Weg daran vorbei.

Denn heute ging es mit LAN-Airlines per Kurzflug von Lima nach Cusco, ein wenig Kultur soll sein… Als ich den kleinen Airbus betrat, waren alle Plätze noch leer. Und 5 Minuten vor Abflug kamen sie dann. Die Chinesen mit Regenschirm, Kowalski-Weste und Kamera inkl. Megaobjektiv. Sie setzten sich, packten ihre Kekse aus und fingen an, geschäftig zu werden… Karoshi Karoshi. Sie verstanden weder Spanisch, noch Englisch und waren gut drauf. Die müde Stefanie mittendrin. So lässt es sich aushalten :D

Gegen 11:20 Uhr landete ich in Cusco und endlich endlich begriff ich, was mir und meiner Orientierung die ganze Zeit fehlt. Es gibt nur wenige Hinweis-Schilder, die den wahnwitzigen Touristen durch Peru leiten könnten. Kein Wunder also, dass ich mir – wie schon gestern in Lima – recht verloren vorkam. Diesen Zustand kann man leider nur mit Soles beenden. Ich wollte nach Ollantaytambo (dort startet Morgen früh der Zug nach Maccu Picchu) und ließ mich nach einem kurzen Handel ( ja…. kurz… Ich habe andere Stärken!!!) im Beifahrersitz des schweigsamen Taxifahrers nieder. 130 Soles (33 €) sollte mich die Fahrt kosten. 50 Soles mehr, als im Reiseführer vermerkt, und verdammte 122 Soles mehr, als mich der Rückweg kosten wird… Denn in der Nähe des Bahnhofs in Ollantaytambo stehen die Mehrpersonentaxis, die Ihre Fahrt nach Cusco für 8 Soles anbieten… Tjaja, die gab es am Flughafen Cusco leider nicht ;-)

Ollantaytambo

In meiner Unterkunft hatte ich mich gegen 14 Uhr angekündigt, wo man mich – so der Text in der Bestätigungsmail – freudig erwarten würde. Ich wurde zwar irgendwie erwartet, doch war die einzig anwesende Person, die Köchin, etwas überfordert mit mir. Ich spreche kein Spanisch, sie kein Englisch. In unserem Dilemma brannte das Essen an. Ich verstand nicht, warum sie so mahnend und überfordert schaute, sie verstand wohl nicht, warum ich das alles nicht verstand. Sie brachte mich dann dennoch in mein Zimmer. Doch als ich hinausgehen und mir das hübsche Städtchen anschauen wollte, ließ sie mich nicht gehen ^^

Letztlich sollte ich in einem Buch halt einfach meine Daten vermerken und das Zimmer zahlen. Das haben wir dann nach vielen Irrungen und Wirrungen auch hinbekommen ;-)

Dieses hübsche Bett ist es wert.

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Endlich konnte ich mich durch die Gassen dieser hübschen Stadt treiben lassen. Mitten in den Bergen gelegen, verschlafen und so schön reihen sich hier die romantischen Häuschen aneinander. Die Menschen sind zum Teil traditionell gekleidet und ich freue mich, dass es das so gibt. Es ist früher Nachmittag und alles wirkt so gelassen, so ganz und gar nicht karoshi karoshi. Zumindest solange nicht, bis die Besucher aus Maccu Picchu zurückkehren und den Ort beleben.

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Morgen werde ich das ebenso handhaben.

Gute Nacht :-)