Wenn alles was vor uns liegt, plötzlich Sinn ergibt

Immer wenn wir glauben, dass wir angekommen sind
Immer wenn wir funkeln, wie die Augen eines Kindes
Immer wenn wir stolz sind auf uns selbst
uns ein schwerer Stein vom Herzen fällt

Immer wenn wir Liebe in uns spüren, sehen wir das Licht.
Immer wenn wir glauben, dass es keinen Weg mehr gibt
Immer wenn die Wahrheit unsere Hoffnung fast besiegt
Immer wenn der Schmerz die Herzen trifft
unsere ganze Welt zusammenbricht

Immer wenn die Wut das Licht erstickt, sehen wir es nicht
Wenn all das was vor dir liegt auf einmal ’nen Sinn ergibt
dann scheint durch die Dunkelheit am Ende das Licht
Denn du bist das Licht

Manchmal brauchen wir ’n bisschen Zeit um zu verstehen
oder sind wir nur noch nicht bereit den Weg zu gehen.
Es genügt ein Funke für den Brand
Zu oft wird zuviel von dir verlangt
Warum hast du es noch nicht erkannt? Du bist das Licht!

Wenn all das was vor dir liegt auf einmal ’nen Sinn ergibt
dann scheint durch die Dunkelheit am Ende das Licht
Denn du bist das Licht

Es brennt in uns ein Leben lang
macht sichtbar, wer wir wirklich sind
Und glaubst du nichts mehr irgendwann,

Du siehst so schön aus, wenn du lachst
oder wenn du vor Glück weinst

( (c) Gregor Meyle)

Tansania leuchtet in mir.

Zum Fotostream auf Flickr geht es hier: https://www.flickr.com/photos/86097342@N02/

Goodbye Tanzania

Ich wäre gerne länger geblieben, vermutlich gerne seeeeehr viel länger… Dennoch fühlt es sich sogar so an, als sei ich mehr als 2 Wochen hier gewesen. Das liegt wohl an der Fülle der Erlebnisse. Ich mache jetzt mal einen Selbsttest und schreibe ohne viel Nachdenken auf, was mir rückblickend alles einfällt, wenn ich an meine Reise nach Tansania denke (daher natürlich nicht chronologisch korrekt):

__ „Welcome, welcome, how do you do“?
__ viele tolle Kinder kennengelernt, die ganz viel Kraft und Lebensmut ausstrahlen
__ mit den Schwestern Hand in Hand laufen und dabei das Gefühl großer gegenseitiger Wertschätzung erleben
__ lange Reise von Dar Es Salaam nach Peramiho mit Sr. Rosann, Sr. Pia und George und dabei unheimlich viel Spaß und tolle Momente gehabt
__ in Uwemba die Verbundenheit der Schwestern u.A. dadurch erlebt, dass unsere Ankunft sehr herzlich und mit Gesang gefeiert wurde
__ Übernachtung im Gästehaus der Mönche im kaaaalten Uwemba und das Gefühl gehabt, in einer anderen Zeit zu sein
__ die Lehrerin in der Schwesternschule in Uwemba sehr entzückend gefunden
__ Freude über die tollen Projekte und die Arbeit der Schwestern
__ Freude über ganz viel Drum-Herum-Information zu allem
__ seeeehr viel mit Schwester Elisabeth gelacht und gekichert
__ tolle Gespräche mit Sr. Rosann
__ die Eröffnung der Waisenhäuser, Vorschule, Kindergarten und des Konvents sehr emotional erlebt und mich sehr darüber gefreut, dass alles für die Kinder soooo schön geworden ist
__ unglaublich gastfreundlich von den Missionsschwestern betreut worden
__ die Menschen in Tansania als sehr freundlich und stark erlebt
__ berührende Gebete mit den Schwestern, inkl. den ein oder anderen Lacher (man sollte Sr. Elisabeth und mich nicht nebeneinander setzen, das artet in Gekicher aus ;-) )
__ gemeinsames Essen und Stoff-Shopping in Songea
__ French fries an einem Straßenimbiss gegessen und Sr. Rosann dabei beobachtet, wie sie Chips Mayai (Pommes mit Ei Omelette-artig zubereitet) mit einem Zahnstocher gegessen hat :-) Und den Ketchup und das Salz, das in Plastikflaschen serviert wird, in deren Deckel entsprechende Löcher gepikst wurden, witzig gefunden
__ Intensiv-Rundgang mit Sr. Elisabeth durch das Hospital in Peramiho
__ berührende und schwere Momente in den „alten“ Waisenhäusern in Morogoro und im Lepra-Dorf gehabt
__ die gestrige Abschlussfeier der Schülerinnen in der Sekundarschule in Peramiho total positiv erlebt und mich daran erfreut, wie ausgelassen dort gefeiert, getanzt und gesungen wird… Bei uns kommt man sich blöd vor, wenn man in der Öffentlichkeit einfach so singen würde… Sehr schade… Man geniert sich so schnell und verpasst so viel Freude
__ von mir selbst überrascht, dass ich jetzt immer um 5.20 Uhr aufgestanden bin, haha :-)

Nun geht es in den Flieger zurück nach Deutschland… Ich bräuchte dann jetzt mal eine Auszeit…

Grüße,
Stefanie

Ein kleines Resümee

Seit ich in Peru war, vor allem, seit ich mich an meinem letzten Tag in Lima lange mit Gina unterhalten habe, reagiere ich gereizt auf „Bettler“. Ich weiß nicht, ob das angemessen oder überzogen von mir ist. Doch dieser Wandel in meinen Gedanken zeigt mir, dass es in mir arbeitet.

Viele Gespräche nach meiner Rückkehr modifizierten meine Gedanken, meine Ideale, meine Sicht der Dinge – und zwar schneller und tiefgründiger, als gewöhnlich. Es ist, als sei mein Weltbild ein Zauberwürfel, der eine Weile mit einer roten und einer weißen Fläche teilgelöst in der Ecke lag, und der nun wieder gedreht wird – flexibel und schnell.

U-Bahn-Gedanken
Ich saß nach meiner Rückkehr in der U5 in Berlin, als ein junger Mann durch die Gänge zog, sein Leid klagte und ein paar Euro erbat. Ich musste an mich halten, ihn nicht vorzuführen, ihm nicht wütend zu empfehlen, sich an eine Beratungsstelle für Straßenkids zu wenden. Doch ich besann mich. Denn mir fehlt Hintergrundwissen. Ich weiß nicht, wie leicht man tatsächlich zurück ins Versorgungssystem unseres Staates zurückfinden könnte, wenn man sich nur bemüht und sich vom Verteilen des „Straßenfegers“ loslöst. Ich weiß nicht, welche Lücken es im Sozialleistungsdschungel gibt, und auch nicht, welche Wege zu wirklichem Hunger in unserem Land führen können. Derart zu reagieren, nur weil ich gesehen habe, unter welchen schweren Bedingungen Leben auch gelingen kann, wäre arrogant.

Einige Tage später saß ich dann mit meiner Freundin gesprächig im Auto und posaunte naiv heraus, dass ich zwei, drei Wochen sicher ohne Strom auskäme (Thema war die Energiewende). Was für eine unbedachte Aussage, denn erproben konnte ich es bisher noch kein einziges Mal. Sie hingegen schon. Ich wurde kleinlaut, vieles hatte ich nicht bedacht, nur an die Familien in Sondoveni gedacht, die tagein, tagaus ohne Strom und fließend Wasser leben.

Was ist richtig?

Schon während meiner abenteuerlichen Tour hatte ich mich immer wieder gefragt, ob DAS richtig ist. Ob „Naturvölker“ lesen und schreiben müssen, Straßen brauchen… Doch vielleicht ist die Sachlage ganz klar „Ja“? Ein Blick auf den aufgeblähten Bauch eines Mädchens genügt, um dies zu belegen. Und auch gibt es eine Welt drumherum, eine Welt, in der man Steuern zahlen muss, eine Welt, in der die Erde mit ihren Rohstoffen nicht einfach jedem gehört. Der Punkt, an dem ein Leben in Selbstversorgung gelingen kann, ist längst überschritten. Das, was in Deutschland ja mittlerweile hip ist, drängt die Naturvölker in Peru ins Leid. So simpel und abgedroschen es klingt: Die Welt dreht sich weiter. Die Menschen wuseln weiter.

Und so kam ich immer wieder ins Grübeln. Dachte über Lebensstandards nach, über Werte, über Lebensziele, Lebensinhalte und sonstige mehr oder weniger relevante Themen, deren Diskussion hier zu weit führt. Doch am Ende bleibt der Zauberwürfel noch immer bunt und ungelöst.

Sig

Zurück in Deutschland

Es kommt mir vor, als wäre ich einige Wochen weg gewesen, soviel habe ich erlebt. Und so ganz spurlos sind meine Wege durch einige Townships Südafrikas nicht an mir vorbei gegangen. Ich wurde wieder in meinem Wunsch bestärkt, dass jeder, nicht nur Menschen wie Tim Walker in Südafrika, tiefsten Respekt und Hochachtung verdient hat, der über den eigenen Tellerrand schaut und seine Insel zumindest ab und an verlässt – aus Überzeugung, nicht aus gesellschaftlichem Zwang heraus. Niemand muss seine Zelte abbrechen und ganz darin aufgehen, anderen zu helfen. Doch fast jeder hat die Möglichkeit bewusster zu leben, mit Blick auf seine Mitmenschen, auf die Umwelt sowie auf sich selbst und die eigenen Einstellungen und Meinungen.

Love & Regards,

sign_Stefanie

Einige Impressionen der neu errichteten BauwerkeHaus

Fotos: Kristina Egbers

Juchu, das neue KinderHaus ist fertig. Der Kleine führt mich einmal herum.

Ivan zeigt uns das neue KinderHaus

Bilder aus dem Township „Iraq“ Township