Umuganda-Day

Guten Abend aus Ruanda! Heute war „Umuganda-Day“, der Tag der wohltätigen Gemeinschaftsarbeit, der – von der Regierung angeordnet – jeden letzten Samstag im Monat stattfindet und vor allem die Jugend in die Pflicht nehmen soll. Meiner Meinung nach eine klasse Idee: Von 8.00 bis 12.00 Uhr sind die Menschen in Ruanda dazu aufgefordert, sich für die Entwicklung des eigenen Landes zu engagieren. Ordnung, Sauberkeit und Infrastruktur stehen dabei im Vordergrund. Alle sollen anpacken: Müll aufsammeln, Bäume pflanzen, Straßen ausbessern. Daher sind auch alle Geschäfte geschlossen.
Ich für meinen Teil war heute Vormittag jedoch nur im Kopf fleißig und habe nochmal die jüngeren geschichtlichen Ereignisse in Ruanda nachgelesen, zumal wir für Morgen den Besuch einer Genozidgedenkstätte in Kigali planen… Das Thema ist hier eh immer irgendwie indirekt präsent, denn ich wohne bei Eugenie, deren Familie damals ermordet wurde – vom eigenen Nachbarn. 

Lächeln gekauft

Nach diesem ruhigen Vormittag sind Rudolf (Vorstandsmitglied bei den Grünhelmen und aktuell „Mitbewohner“ hier im Haus) und ich in das Zentrum Muhangas mit dem Pikipiki gefahren und nach einem guten und günstigen Essen (rund 7,50€ für zwei Mahlzeiten und zwei Getränke) noch über den Markt gelaufen. Markthallen… Ob Sri Lanka, Tansania oder Ruanda… sie fordern Multitasking: Auf Tasche aufpassen, schauen, wo man hintritt, schauen, was es alles gibt, einen Weg durch die Enge finden und die Verkäufer freundlich abwehren, wenn sie etwas verkaufen wollen, was man nicht will. Meine Idee, das ganze endlich mal mit der Kamera festzuhalten führte dann auch zu erheiternder Aufregung. 500 Ruanda Franc für ein Foto, auf dem Verkäuferinnen dann auch freundlich schauen. Na ich habe es mitgemacht ;-) 

  
  
  
Morgen geht es nach Kigali

Danach trafen wir Till und haben die nächsten Tage geplant. Morgen fahren Rudolf und ich mit dem Bus nach Kigali, sodass ich am Montag und Dienstag dann ganztags Zeit für einen Besuch im PATRIZIA KinderHaus habe. Am Montagabend kommt Till dazu. Ich bin gespannt auf Kigali und Ntarama und um ehrlich zu sein, freue ich mich auch auf den Hotelkomfort. Dieses Dauergefühl der Schmuddeligkeit ist irgendwie nichts für mich, haha. 

Nun hoffe ich, dass der Hund der Nachbarn, der Abends ganz leidvoll weint und bellt etwas Ruhe findet…und ich hoffe auch, dass Eugenie gut schlafen kann. Eine traumatisierte Frau, die ich dauerhaft umarmen könnte. 

Gute Nacht,

Stefanie

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