Uwemba

Nach einer kühlen Nacht und einem frischen Morgen führte Sr. Rosann mich Vormittags in den Einrichtungen der Missionsstation herum. Ich warf einen Blick in die Schwesternschule (Ausbildung v.a. in den Bereichen Schneidern und Hauswirtschaft), in die Waisenstation für Kleinkinder und in die Klinik für Frauen. Auf mich prasselten soviele Dinge ein…

Wir hielten die Hand von Kindern, die von ihrer Mutter einfach auf’s Feld geworfen oder an einen Baum gebunden wurden (!) Die kleinen Mäuse, die niemand wollte, waren uns gegenüber zunächst etwas skeptisch – verständlich – wollten dann aber nur eines: In den Arm genommen werden. Und so schwer war dann auch der Abschied, als wir die Kleinen vom Arm nehmen mussten. Die Schwestern hatten alle Hände voll zu tun, die Tränen zu trocknen, als wir gingen.

Im Hospital schauten wir uns anschließend vor allem die Frauenklinik an. Frischer Wind durchfegt die Räume, und so ist es auch im Geburtszimmer recht frisch. Ich war darüber etwas verwundert, schließlich brauchen Babys doch Wärme?! Doch offene Fenster geben den Menschen ein wenig das Gefühl von Alltag, erklärte mir Sr. Rosann. Das Leben hier spielt sich vor den Häusern/Hütten ab. Und so ist nur der Raum, in denen Mamas mit Frühchen unterkommen, beheizt, und angenehm warm.

Wenn Frauen ein Baby erwarten, haben sie auf dieser Station (von den Männern abgeschirmt, denn Frauen gelten hier 42 Tage lang nach der Geburt als „unrein“!) die Möglichkeit, ihr Kind in guten Umständen gebären zu können. Eine „normale“ Geburt kostet 25 Euro und beinhaltet eine Versorgung der Mütter und Babies bis zu 42 Tage (Untersuchungen, Impfungen usw.) ambulant nach der Geburt. Was ich bis dato übrigens nicht wusste: Wenn ein Neugeborenes HIV positiv ist und ihm innerhalb von 6 Wochen bestimmte Medikamente verabreicht werden, ist es dann HIV negativ.

Hallo Songea!

Nach einem bayerischen Mittag (jaaaa, bayerisch XD Die 86 Jahre alte Köchin kommt aus der Nähe von Dillingen, und so gab es Kartoffelbrei, Erbsen, Möhren, Brezen und Salat, auf das Hähnchen habe ich verzichtet, so hatte George mehr davon… ;-) ) und einem himmlisch leckeren Apfelkuchen (alle Zutaten sind aus eigenem Garten!) setzten wir unsere Fahrt nach Songea und Peramiho fort.

Als wir 4 Stunden später Songea erreichten, merkte man Sr. Rosann ihre Vorfreude darauf, uns endlich die neuen Waisenhäuser, Vorschule, Kindergarten und Konvent zeigen zu können, mehr und mehr an. Ich bin hin und weg von der Freude der Schwestern darüber, etwas für Andere zu tun. Das ist ihre Mission, ihr Leben. All‘ diese Hoffnung und Freude und diese positive Ausstrahlung, Dynamik und Zufriedenheit berührt mich.

„Make your eyes ready, it is on the right side“. Mehr zu den KinderHäusern gibt es Morgen! :-)

Und endlich: Hallo Peramiho!

Gegen 17.30 Uhr erreichten wir unser Ziel: Die Missionsstation in Peramiho, wo wir von den Schwestern und allen voran Schwester Elisabeth herzlich begrüßt wurden. Ich bezog mein Zimmer mit eigenem Bad – yes – und Internetempfang – yes yes – und erfreute mich zum Abendessen an der Gesellschaft von Sr. Elisabeth und Sr. Rosann. Der Abschied von diesen beiden tollen Menschen wird mir verdammt schwer fallen.

Doch nun falle ich anders, nämlich ins Bett. Bei offenem Fenster… Ich bin trotz Stuhl zu klein, um das Fenster da ooooooben zu schließen XD

Viele liebe Grüße aus Peramiho,
Stefanie

Und hier noch ein paar Eindrücke, wieder mit iPad von der Kamera abfotografiert ;-)

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